Lehrveranstaltungen im FS 2015

Proseminar

Einführung in die Vergleichende Regierungslehre: Wahlsysteme in vergleichender Perspektive

Dozent: Harald Schoen

 Mo. 15.30-17.00, 2st.    Raum: B 143

Inhalt: Wahlsysteme stellen eine zentrale Institution in der repräsentativen Demokratie dar. Das Seminar gibt zunächst einen Überblick über zentrale Bestandteile von Wahlsystemen. Auf dieser Grundlage werden zwei zentrale analytische Fragen untersucht. Zum einen wird der Frage nachgegangen, ob Wahlsysteme einen eigenständigen Einfluß auf das politische Geschehen entfalten; unter anderem wird es um Wirkungen auf das individuelle Wahlverhalten, die Zahl und das Wettbewerbsverhalten der Parteien gehen. Zum anderen wird untersucht, von welchen Faktoren es abhängt, wie das Wahlsystem in einer Demokratie ausgestaltet wird. In beiden Fällen werden Einflüsse theoretisch und empirisch analysiert.

 Einführende Literatur:

Cox, Gary W. 1997. Making Votes Count. Cambridge: Cambridge University Press.

Nohlen, Dieter. 2013. Wahlrecht und Parteiensystem. 7. überarbeitete und aktualisierte Auflage. Opladen: Budrich.

Schoen, Harald.2005. „Wahlsystemforschung“.  In: Falter, Jürgen W./Schoen, Harald (Hg.), Handbuch Wahlforschung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften: 573-607.

Empfohlen für: Studenten im 2. Semester des B.A.-Studiengangs Politikwissenschaft, Basismodul Vergleichende Regierungslehre

Erworben werden kann: Ein Leistungsnachweis durch regelmäßige und aktive Teilnahme, Referat sowie Hausarbeit.

Sprechstunde:  Di. 14.30-16.00

 

Proseminar

Einführung in die Vergleichende Regierungslehre: Bürger und direktdemokratische Verfahren

 Dozent: Harald  Schoen

 Mo.  13.45-15.15, 2st.    Raum: B 143

Inhalt: Die Forderung, direktdemokratische Verfahren einzuführen oder auszuweiten, gehört zu wiederkehrenden Topoi der öffentlichen Debatte in etlichen Demokratien. Befürworter verbinden mit dieser Forderung nicht selten weitreichende Hoffnungen, während Gegner Befürchtungen hegen. Das Seminar betrachtet vor diesem Hintergrund direktdemokratische Verfahren aus Sicht der Bürger. Es werden Einstellungen von Bürgern zu direktdemokratischen Instrumenten, die Nutzung dieser Verfahren durch Bürger sowie mögliche Wirkungen solcher Verfahren auf Bürger behandelt. In den einzelnen Sitzungen werden zunächst konzeptuelle und theoretische Fragen behandelt. Anschließend erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre eigenen Datenanalysen zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen.

Einführende Literatur:

Budge, Ian. 1996. The New Challenge of Direct Democracy. Cambridge: Polity Press: 35-83.

Lupia, Arthur/John G. Matsusaka. 2004. “Direct Democracy: New Approaches to Old Questions”. In: Annual Review of Political Science. 7: 463-482.

 Empfohlen für:  Studenten im 2. Semester des B.A.-Studiengangs Politikwissenschaft, Basismodul Vergleichende Regierungslehre

Erworben werden kann: Ein Leistungsnachweis durch regelmäßige und aktive Teilnahme, Referat sowie Hausarbeit.

Sprechstunde:  Di. 14.30-16.00
 

Hauptseminar

Ausgewählte Themen der Vergleichende Regierungslehre: Bevölkerungseinstellungen zu politischen Institutionen und Akteuren

 Dozent: Harald Schoen

 Mo. 10.15-11.45, 2st.    Raum: B 143

Inhalt: Das Verhältnis von Bürgern zu politischen Institutionen und Akteuren gilt als wesentlich für die Funktionsweise politischer Systeme. Zeitdiagnosen machen in diesem Verhältnis immer wieder krisenhafte Erscheinungen aus. Vor diesem Hintergrund werden in dem Seminar Einstellungen von Bürgern zu politischen Institutionen und Akteuren betrachtet. Es werden die psychologischen Grundlagen ihrer Genese und Konsequenzen analysiert. In den einzelnen Sitzungen werden zunächst konzeptuelle und theoretische Fragen behandelt. Anschließend erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre eigenen Datenanalysen zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen.

 Literatur:

Arzheimer, Kai. 2002. Politikverdrossenheit. Bedeutung, Verwendung und empirische Relevanz eines politikwissenschaftlichen Begriffs. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag: 176-204.

Dalton, Russell J. 2007. Democratic Challenges, Democratic Choices. Oxford: Oxford University Press: 21-54.

Easton, David. 1975. “A Re-Assessment of the Concept of Political Support”. In: British Journal of Political Science. 5: 435-457.

Empfohlen für: Studenten im 4. Semester des B.A.-Studiengangs Politikwissenschaft, Aufbaumodul Vergleichende Regierungslehre

Erworben werden kann: Ein Leistungsnachweis durch regelmäßige und aktive Teilnahme, Referat sowie Hausarbeit.

Sprechstunde:  Di. 14.30-16.00


 Master Seminar

Selected Topics in Comparative Politics: Innocent of Ideology? Political Belief Systems in Comparative Perspective

 Lecturer: Harald Schoen

 Di. 12.00-13.30, 2st.    Room: B 143

Seminar Description: The question of how citizens think about politics is central to the study of democracy. In his seminal article, Converse (1964) claimed that most citizens do not harbor full-fledged ideological belief systems. Accordingly, they rather think about politics in piecemeal terms. This claim has not gone without criticism. Rather, it has sparked an ongoing debate about how citizens make sense of politics. In this seminar, we will recap the scholarly debate. Students will review the latest empirical studies in the field and prepare research papers in which they analyze specific questions using available national and cross-national data sets.

 Introductory Literature:

Converse, Philip E.1964. “The Nature of Belief Systems in Mass Publics”. in: David E. Apter (ed.). Ideology and Discontent. New York: Free Press: 206-261.

Feldman, Stanley. 2013. “Political Ideology”. in: Huddy, Leonie/Sears, David O./Levy, Jack S. (eds.). Oxford Handbook of Political Psychology. 2nd edition. Oxford: Oxford University Press: 591-626.

Recommended for: M.A. Students in Political Science (2nd semester) and GESS-graduate students

Requirements: Credit points can be obtained for a paper (8,000 words), the oral presentation of this paper, as well as active participation during the sessions.

Office hours: Tuesday 14.30-16.00

 

Master Thesis colloquium

Lecturer: Harald Schoen

Di.10.15-11.45, 2st.    Room: A 343 (Office Harald Schoen)

The colloquium aims at supporting master students in preparing their final thesis. Participants will be required to present their research and defend it in an ensuing discussion.

The final Master Thesis has to be finished within a period of 4 months.

Recommended for: M.A. Students in Political Science (4th semester)

Requirements: Credit Points can be obtained for the participation and presentation of the thesis design in the Colloquium and the successful delivery of the final Master Thesis.

 Office hours: Tuesday 14.30-16.00

 

Hauptseminar

Selected Topics in Political Sociology I: The Internet in Political Commmunication

Lecturer: Andreas Jungherr

Di. 13.45-15.15, 2st.    Room: B 244

Seminar Description: Digital services have become a common element in political campaigns. Still, the effects of the growing adoption of digital tools and the internet on political communication are far from certain. Public debate oscillates between the expectation of a significant transformation of the political sphere and claims to the internet's insignificance. While academic debate is more nuanced, it is far from offering a consensus on the effects of digital services and the internet on politics. Over the course of the seminar, we will discuss key-texts addressing the role of digital services and the internet in political communication. We will focus on people's use of digital services to gather information and comment on politics, the use of digital services by politicians and candidates, and in collective action.
For the participation in this course, proficiency in the application of statistics or the use of Stata is no prerequisite.

 Recommended for: BA Students Political Science, 4. Semester

 Requirements: Regular and active participation, presentation and course paper.

 Recommended literature:

Jungherr, A. and H. Schoen. 2013. Das Internet in Wahlkämpfen: Konzepte, Wirkungen und Kampagnenfunktionen. Wiesbaden. DE: Springer VS.

Stromer-Galley, J. 2014. Presidential Campaigning in the Internet Age. Oxford. UK: Oxford University Press.

 Office hours: Tuesday, 15:30 - 16:30
 

Übung

Methoden der Politischen Soziologie II: Computational Social Science, Digital Methods and Big Data

Dozent: Andreas Jungherr

Mi. 10.15-11.45, 2st.    Raum: B 317

Inhalt: Die zunehmende Nutzung digitaler Dienste öffnet Sozialwissenschaftlern eine neue Datenquelle für die Analyse gesellschaftlicher Phänomene. Digitale Spurendaten dokumentieren das Verhalten von Nutzern digitaler Dienste im Zeitverlauf und in großem Detail. Die Potentiale dieser Datensätze werden in der öffentlichen Diskussion mit den Begriffen Computational Social Science, Big Data und Digital Methods verbunden. In dieser Übung werden einige der populärsten Methoden der Analyse digitaler Spurendaten vorgestellt und exemplarisch eingeübt, wie zum Beispiel die Datensammlung über APIs, Grundtechniken der Zeitreihen- und Netzwerkanalyse. Für die Analyse werden die Programme R und Python genutzt.
In dem Kurs werden wir unterschiedliche Methoden der computergestützten Datenanalyse lernen. Vorkenntnisse in der Nutzung von R und Python sind für die Teilnahme nicht notwendig aber sicherlich hilfreich. Allerdings wird von den Teilnehmern für den Scheinerwerb eine selbstständige Datenanalyse auf Basis der im Kurs eingeübten Methoden erwartet.

Empfohlen für: BA-Studiengang Politische Wissenschaft, 4. Semester

Anforderungen: Ein Leistungsnachweis kann durch regelmäßige und aktive Teilnahme und eine selbstständig durchgeführte Datenanalyse erlangt werden.

Empfohlene Literatur:

    Kabacoff, R. 2014. R in Action: Data Analysis an Graphics with R. 2. ed. Shelter Island. NY: Manning Publications Co.

      McKinney, W. 2012. Python for Data Analysis: Data Wrangling with Pandas, NumPy, and IPython. Sebastopol, CA: O’Reilly.

        Ojeda, T./Murphy, S. P./Bengfort, B./Dasgupta, A. 2014. Practical Data Science

          Cookbook. Birmingham. UK: Packt Publishing.

          Sprechstunde: Dienstags, 15:30 - 16:30


          Übung

          Methoden der Politischen Soziologie II: Politische Einstellungen im Wandel

          Dozent: Matthias Mader

          Do.15.30-17.00, 2st.      Raum: B 317

          Inhalt: In dieser Übung befassen wir uns schwerpunktmäßig mit der Entwicklung und der Bedeutung von politischen Einstellungen in Deutschland seit der Wiedervereinigung. Grundlage ist das Buch "Wirklich ein Volk? Die politischen Orientierungen von Ost- und Westdeutschen im Vergleich" aus dem Jahre 2000 (herausgegeben von Jürgen Falter, Oscar W. Gabriel und Hans Rattinger). In diesem Buch werden politische Einstellungen in Ost- und West-deutschland anhand von Daten aus den deutschen Wahlstudien von 1994 und 1998 empirisch untersucht. Jeder Teilnehmer wird ein Einzelkapitel dieses Buches übernehmen und anhand von neueren Daten überprüfen, ob sich die damaligen Befunde replizieren lassen oder ob sich die Lage heute anders darstellt als Mitte der 90er. Die Ergebnisse der Replikation werden dann im Rahmen der Übung präsentiert.
          Erfahrung mit Stata sowie grundlegende Statistik- und Methodenkenntnisse sind für die eigene Datenanalyse unabdingbar. Daher findet in den ersten Sitzungen eine kurze, anwendungsbezogene Wiederholung statt.

          Empfohlen für: BA-Studiengang Politische Wissenschaft, 4. Semester

          Anforderungen:
          Regelmäßige und aktive Teilnahme,  Anfertigen kleiner empirischer Hausarbeiten zum Auffrischen der Stata-Kenntnisse,  Referat über eigene Replikationsstudie, Schriftliche Ausarbeitung der eigenen Replikationsstudie

          empfohlene Literatur:
          Jürgen W. Falter, Oscar W. Gabriel und Hans Rattinger (Hg.).2000. Wirklich ein Volk? Die politischen Orientierungen von Ost- und Westdeutschen im Vergleich. Opladen: Leske+Budrich.

          Sprechstunde:
          nach Vereinbarung


          Übung

          Methoden der Politischen Soziologie II: Analyse von Paneldaten in der Politischen Soziologie

          Dozentin: Maria Preißinger

          Mi. 8.30-10.00, 2st.        Raum: B 317

          Inhalt:  Vielfach besteht in der Politischen Soziologie Konsens darüber, dass zwei Merkmale zusammenhängen, es herrscht jedoch Dissens über die genaue kausale Beziehung dieser Merkmale: Was ist Ursache und was ist Wirkung? Querschnittsdaten können solche Fragen nicht beantworten, da beide Merkmale zum gleichen Zeitpunkt erhoben wurden und somit eine notwendige Bedingung für Kausalität – die Ursache geht der Wirkung zeitlich voraus – nicht beobachtet werden kann. Dieser Umstand macht die Analyse von Paneldaten, die sich durch die wiederholte Messung an denselben Untersuchungseinheiten zu unterschiedlichen Zeitpunkten auszeichnen, für die Politische Soziologie so interessant.

          Diese Übung vermittelt die zentralen Techniken der Paneldatenanalyse. Im ersten Block der Übung erhalten die Teilnehmer einen Überblick über die Vor- und Nachteile von Paneldaten, werden mit dem Datenmanagement von Paneldatensätzen vertraut gemacht und erlernen Fixed-Effects-Regressionstechniken für metrische und binäre abhängige Merkmale. Diese Techniken werden mithilfe des Wahlkampfpanels zur Bundestagswahl 2013 der German Longitudinal Election Study und dem Statistikprogramm Stata im Kurs geübt. Die Studenten sollen im Laufe des Kurses eine eigene Forschungsfrage entwickeln, die sie mit den erlernten Techniken untersuchen können. Im zweiten Block der Übung stellt jeder Teilnehmer die Datenanalyse zu seiner Forschungsfrage vor. Die  abzugebende Hausarbeit stellt eine schriftliche Ausarbeitung dieser Datenanalyse dar. 

          Empfohlene Literatur:

          Giesselmann, Marco & Michael Windzio. 2012. Regressionsmodelle zur Analyse von Paneldaten. Wiesbaden: Springer VS.

          Anforderungen: Aktive Teilnahme, Referat, Hausarbeit

          Zugangsvoraussetzung: Stata-Kenntnisse

          Empfohlen für: BA-Studiengang Politische Wissenschaft, 4. Semester

          Sprechstunde: nach Vereinbarung